Ein Leben für die Kunst

Was vor mehr als 50 Jahren für einen jungen Buben mit ein wenig Kunstsammeln und -handeln begonnen hat, manifestiert sich heute in einem Kunstmuseum  ganz besonderer  Art.

Situiert an einem - für eine Kulturinstitution dieser Kategorie - ausgefallenen Ort, architektonisch einzigartig gestaltet und als erstes  Nullenergie-Museum der Welt konzipiert,  setzt das Objekt neue Akzente, die weit über die nationalen Grenzen für Aufmerksamkeit sorgen.

Der gebürtige Oberösterreicher Josef Schütz, der in Walding nahe Linz aufgewachsen ist, entdeckt schon im zarten Alter von 12 Jahren seine Liebe zur Kunst, aber nicht nur dies, er entwickelt auch sein Unternehmergen. Mit dem Fahrrad suchte der Jugendliche Bauernhöfe in der Umgebung auf, erwarb einfache bäuerliche Kunstgegenstände wie Glasstürze mit Figuren, die er mit entsprechendem Aufschlag an Kunst- und Altwarenhändler in Linz weiterverkaufte. Vom Erfolg beflügelt, entfaltete sich dieses Sammeln und Handeln zu einer Leidenschaft, die ihn sein ganzes Leben nicht mehr loslassen sollte.

Wollte der junge Josef Schütz, inspiriert durch einen Bekannten der Familie, noch Koch und Kellner lernen, auf einem Schiff anheuern und viel arbeiten, um sich später eine eigene Rederei aufbauen zu können, kam es doch ganz anders. Josef Schütz wurde Techniker, ging ins Ausland, gründet anschließend ein eigenes Bauunternehmen in Oberösterreich und machte im Lauf der Jahre sein Hobby, Kunst zu sammeln, zu seinem Beruf.

Auch wenn sein beruflicher Werdegang auf den ersten Blick etwas anderes vermuten ließe, zeigt sich doch, dass Bauen und Kunst  mehr gemeinsam haben als man denkt – zumindest für Josef Schütz. Gestaltung und Qualität sind Werte, die sich wie ein roter Faden durch sein gesamtes Unternehmerleben ziehen. Begonnen hat seine eigentliche berufliche Karriere mit einem Inserat der Organisation „Land im Sonnenschein“, die junge, ambitionierte, gut ausgebildete Persönlichkeiten für ein Engagement in Afrika suchte, so kam er 1973 nach Südafrika zum renommierten Baukonzern HochTief. Schon bald übernahm er als jüngster Bauleiter des Unternehmens Verantwortung für Großbaustellen in Kapstadt, Johannesburg und Windhoek.

„Land im Sonnenschein“ suchte aber nicht nur in Österreich, sondern auch in der Schweiz und Deutschlad junge Menschen für ein berufliches Engagement in Afrika. Und genau diesem Umstand verdankt Josef Schütz sein privates Glück, so kam auch seine spätere Gattin über diese Institution nach Afrika, nur nicht aus Österreich, sondern aus Deutschland eben.

Der Weg führte Irene, die in Würzburg zur biomedizinischen Analytikerin ausgebildet wurde und in der Blutzentrale des bayrischen Roten Kreuzes tätig war, ebenfalls nach Johannesburg. Dort lernte sie 1975 Josef Schütz kennen. Nur wenige Wochen später wurde der Entschluss gefasst, den weiteren Lebensweg gemeinsam zu beschreiten. Eine gute und erfüllende Entscheidung, wie beide heute übereinstimmend sagen. Der Blick auf das Lebenswerk gibt ihnen wohl recht.

Das junge Paar trug sich damals sogar mit dem Gedanken, ein eigenes Unternehmen in Südwestafrika aufzubauen, konkret stand die Idee der Gründung eines Ziegelwerkes in Windhoek im Raum. Nach reiflicher Überlegung und Abwägung sämtlicher Pro und Contras entschieden sich Josef und Irene Schütz 1976 dann doch dafür, die Zelte in Südafrika abzubrechen und ihren Lebensmittelpunkt in Oberösterreich zu begründen.

Kaum ein Jahr wieder zurück in der Heimat gründete Josef Schütz 1977  gemeinsam mit einem Partner eine eigene Baufirma.  Reitermayr & Schütz entwickelte sich prächtig und ließ dem leidenschaftlichen Unternehmer auch wieder mehr Zeit, sich seinem Hobby des Kunstsammelns zu widmen. So wurde nicht nur jede freie Minute dem Thema Kunst gewidmet, sondern auch jeder Schilling, den man erübrigen konnte, in den Ankauf von Kunstwerken investiert. Es war die Begeisterung und die Freude an der Kunst, die über die Jahre eine der bedeutendsten Kunstsammlungen mit internationaler Reputation in Österreich entstehen ließen. Heute umfasst die Sammlung mehr als 600 Bilder, rund 30 Skulpturen und Jugendstilglas.

Die Sammelleidenschaft und die Begeisterung für das Schöne gepaart mit einem Josef Schütz innewohnenden Unternehmergeist waren letztendlich ausschlaggebend 1995 eine Galerie in Linz zu eröffnen. Wir schreiben das Jahr 2000, Josef Schütz, gerademal sechsundvierzig Jahre, übergibt die florierende Baufirma seinem jüngeren Bruder Erwin und beschließt mit seiner Gattin sich ab nun an nur noch der Kunst zu widmen. Mit dieser Entscheidung ging auch einher, die Galerie von Linz nach Wien zu verlegen, um besser am nationalen und internationalen Kunstmarkt teilhaben zu können.

Befragt nach dem Erfolgsrezept für seine Galerie sagt Josef Schütz: „Das Geschäftsmodell ist ganz einfach, man muss den Kunden in den Vordergrund stellen. Gut, er korrigiert sich -  nein, bestens betreuen und durch Qualität überzeugen.“ Die Galerie Schütz verkauft keine Dekoration, sondern werthaltige Kunst. Sein Anspruch ist, wie schon in der Baufirma, die Verpflichtung zu höchster Qualität und ein verantwortungsbewusster, sorgsamer Umgang mit dem Geld der Kunden. So ist die Familie Schütz mit Recht stolz darauf,  dass es seit der Gründung der Galerie bis heute noch keine einzige Reklamation, geschweige denn einen Rechtsstreit gab. Man freut sich, dass aus Kunden über die Jahre Freunde wurden.

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